Gastbeitrag – Wandern, Wellness und wilde Heidelbeeren

KISS & TELL GASTAUTORIN ANNE SCHWERIN ÜBER IHRE REISE IN DIE SÄCHSISCHE SCHWEIZ

Es gibt zwar nicht sehr viele Reiseberichte bei uns auf dem Blog, aber die, die es gibt, kamen bisher sehr gut an bei Euch (zum Beispiel Franzis Reise nach Stockholm, Italien oder Kroatien oder Annes Trip nach Budapest). Jetzt im Sommer sind wir wieder öfter unterwegs und nehmen uns zwischen unseren ganzen Projekten auch einmal raus und genießen ein wenig freie Zeit. Unsere Freundin und Gastautorin Anne Schwerin geht es genauso und so hat sie mit ihrem Freund vor Kurzem das Elbsandsteingebirge erkundet. Nach Hause gekommen ist Anne mit vielen tollen Erinnerungen und jeder Menge Fotos im Gepäck, die sich in jeder Imagebroschüre der Sächsischen Schweiz sehen lassen könnten. Beides teilt sie in diesem Artikel mit uns und Euch. Vielen Dank dafür, liebe Anne!

Wandern, Wellness und wilde Heidelbeeren

Gemeinsame Abenteuer sind einfach das schönste Geschenk! – Darin sind mein Freund und ich uns absolut einig. So oft es geht, versuchen wir uns deshalb gegenseitig mit kleinen Reisen zu überraschen. Nachdem wir beide in den letzten Monaten heftig viel gearbeitet haben, war es endlich mal wieder so weit. Während mein Liebster nicht wusste, wo es hingeht, habe ich alle Vorbereitungen für ein romantisches langes Wochenende im Elbsandsteingebirge getroffen. Ok, vielleicht nicht das aufregendste Reiseziel. Für einen ganz entspannten Kurzurlaub mit Euren Süßen aber absolut empfehlenswert. Wir haben unsere Lieblingsmomente mit der Kamera festgehalten und nehmen Euch mit auf unsere kleine Expedition!

Saechsische Schweiz Anne Schwerin

Die Landschaft wird zunehmend hügelig und der Zug biegt schließlich in das idyllische Elbtal ein.

Mit Kamera, Badesachen und Wanderschuhen im Gepäck starten wir am Freitagmorgen per Bahn Richtung Dresden. Wir müssen nur einmal umsteigen und schon beginnt der schönste Teil unserer Reise. Die Landschaft wird zunehmend hügelig und der Zug biegt schließlich in das idyllische Elbtal ein. Nach wenigen Minuten erheben sich die typischen Sandsteinblöcke und -säulen, denen die Sächsische Schweiz ihr märchenhaftes Aussehen und jährlich viele Tausend Gäste aus aller Welt verdankt. Meine Befürchtung, dass die Region gerade jetzt im Sommer etwas überlaufen sein könnte, bewahrheitet sich glücklicherweise nicht. In Bad Schandau, kurz vor der tschechischen Grenze, sind wir fast die einzigen, die den Zug verlassen. Es riecht nach Tannennadeln. Statt mit dem Taxi geht es nun von hier aus mit dem Boot zum Anleger nahe unseres Hotels.

Für alle, die Wes Andersons legendären Film „Grand Hotel Budapest“ genauso lieben wie ich, ist es sicher keine Überraschung, dass ich gerade das Parkhotel Bad Schandau als Unterkunft für unseren Romantikurlaub ausgesucht habe. Es sieht mit seinen historischen Gebäuden nicht nur wie eine Filmkulisse aus, sondern befindet sich tatsächlich direkt unterhalb einer der Drehorte des Hollywoodstreifens, dem historischen Bergaufzug. Der bezaubernde Wintergarten, ein schicker Wellnessbereich und ein kleiner, von Apfelbäumen gesäumter Außenpool ließen mein Herz schon bei der Buchung höher schlagen.

Saechsische Schweiz

In unserem Zimmer mit direktem Elbblick angekommen, heißt es dann erst einmal Ausruhen, Anstoßen und Pläneschmieden. Auch mein bis dato ahnungsloser Freund ist happy mit meiner Wahl und lässt sich erschöpft aufs Bett fallen. Drei Tage liegen vor uns, die wir ganz so füllen können, wie wir wollen. Was für ein Luxus, denke ich, und ermahne mich still, in nächster Zeit wieder besser auf unsere Work-Life-Balance zu achten.

Für den restlichen Nachmittag nehmen wir uns nichts Großes vor. Wandern ist in der Sächsischen Schweiz natürlich ein Muss. Faulsein ist aber auch wunderschön, wie wir von Pippi Langstrumpf wissen. So vergeht der restliche Tag zwischen Kuscheln im Strandkorb, leckerem Essen im Hotelrestaurant und Schmetterlingebeobachten im Garten. Unser erstes Highlight am Abend: das Pärchen-Bad im Wellnessbereich. Eine extrem angenehme Alternative für alle, die sich wie wir ansonsten auch mal gern zu zweit in die Badewanne ihrer Leipziger Altbauwohnung quetschen.

Saechsische Schweiz Anne Schwerin

Einen tollen Vorschlag für unseren zweiten Tag erhalten wir direkt von den Mitarbeitern unseres Hotels: Statt gleich in die Berge zu gehen, sollten wir die Region doch einfach per Fahrrad an der Elbe erkunden. Fahrräder stehen im Keller schon bereit, sodass wir direkt nach dem Frühstück starten können. Wir sind total neugierig auf den tschechischen Teil des Elbsandsteingebirges und fahren entlang des Nordufers Richtung Grenze.

Saechsische Schweiz

Euch erwarten verschlafene Nester, freundliche Radfahrer und bunte Blümchen-Wiesen..

Der erste Eindruck ist dann doch leider eine ziemliche Enttäuschung. Wenn Ihr auf laute Schlagermusik, fettiges Essen und gefälschte Markenklamotten steht, seid Ihr im eigentlich idyllisch gelegenen Hřensko genau richtig. Ansonsten macht um diesen Ort lieber einen großen Bogen. Bevor wir endgültig schlechte Laune bekommen, fahren wir mit dem Boot aufs andere Ufer. Große Erleichterung! Hier sieht es tatsächlich ganz anders aus. Statt Schnäppchen-Tourismus erwarten Euch verschlafene Nester, freundliche Radfahrer und bunte Blümchen-Wiesen, die zum Picknick einladen.Saechsische Schweiz Anne Schwerin

Wenn Ihr so ambitioniert seid wie wir, schafft Ihr es bis in die Kleinstadt Děčín. Wie schon auf meiner letzten Reise nach Budapest merke ich, dass mich diese osteuropäischen Städte mit ihrem angekratzten Charme und unübersehbaren Gegensätzen irgendwie besonders in ihren Bann ziehen. Auch wenn uns nicht viel Zeit zum Verweilen bleibt, nehmen wir an diesem Tag viel mit. Nach einem kleinen Ska-Konzert am Ufer flanieren wir durch die Rosengärten von Schloss Děčín. Am frühen Abend ziehen Gewitterwolken über den Hügeln hinter der Stadt auf und wir machen uns schnell zurück auf den Weg nach Bad Schandau. Ich muss ein wenig die Zähne zusammenbeißen. Als wir schließlich ankommen, haben wir mehr als 50 km mit unseren Rädern zurückgelegt.

Mit dem Bergaufzug geht es hinauf in die Felsen.

Am nächsten Morgen stehen wir trotzdem ziemlich früh auf und lassen uns von den netten Damen in der Hotelküche ein Lunchpaket zusammenstellen. Dann geht es mit dem Bergaufzug hinauf in die Felsen. Wir genießen den Blick über Bad Schandau und schlagen im Schatten uralter Buchen den Weg Richtung Schrammsteine ein. Kaum vorstellbar, dass sich unser kleiner Pfad früher einmal auf dem Meeresboden befand. Zwischen zerklüfteten Felsen und Farn entdecken wir Waldheidelbeeren. Sie schmecken süß und färben die Zunge dunkelrot. Mein Freund trägt meinen Rucksack für mich und erzählt von den alten Mythen, die sich um diese zauberhafte Landschaft ranken. Alles könnte gerade nicht schöner sein.

Saechsische Schweiz

Saechsische Schweiz Anne Schwerin

Glücklich, aber total erschöpft kommen wir über 20 km später wieder nach Bad Schandau zurück. So schade, dass wir morgen schon wieder abreisen müssen! Ich hätte gut und gerne auch eine Woche hier bleiben können. Um dem schlimmsten Muskelkater vorzubeugen, besuchen wir noch einmal den Wellnessbereich unseres Hotels. Wir testen „Spirit of the Water“ – eine Dusche, bei der man liegt und von warmen Wasserstrahlen massiert wird.

Saechsische Schweiz Anne Schwerin

Maximal erholt und bestens gelaunt geht es am nächsten Tag zurück nach Leipzig. Wir sind überrascht, dass wir mit dem Eurocity direkt durchfahren können. Wie wir vom Schaffner erfahren, kommt er gerade aus Prag. Zurück zuhause schaue ich genauer nach: Wenn wir den Zug morgens um 5.55 Uhr nehmen, wären wir ohne Umstieg um 09.30 Uhr in der tschechischen Hauptstadt. „Frühstück in Prag“ – das klingt doch auch nach einem schönen Titel! Auf meinem Schreibtisch wartet schon wieder ein ganzer Stapel mit Foto- und Textaufträgen. Aber verdammt, ein Leben als Reisebloggerin wäre bestimmt auch nicht verkehrt.

Anne ist Texterin aus Leidenschaft und hat genau diese zum Beruf gemacht. Für Kiss&Tell trifft sie sich mit kreativen Jungunternehmern und fühlt ihnen mit unerwarteten Fragen auf den Zahn. Seid gespannt auf private Einblicke und interessante Geschichten aus der Leipziger Startup-Szene.

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