So geht sächsisch - Tour durch Sachsen

Werbung: Unterwegs in Leipzig, Chemnitz und dem Erzgebirge

Wie gut kennt ihr eigentlich eure Heimat? Euer Viertel, eure Stadt, das Bundesland, in dem ihr lebt? Und mögt ihr es dort? Was sind die Besonderheiten? Die schönen Ecken? Die Orte, die euch besonders das Gefühl von „zu Hause“ geben? Auch, wenn es sich durch die aktuelle politische Lage ein wenig komisch anfühlt, das so frei zu sagen, aber unsere Heimat ist Sachsen. Hier wurden wir geboren, hier leben wir. Zwischendurch hat es uns an andere Orte verschlagen, aber wir sind nach einer Weile immer wieder zurückgekehrt.

Sachsen ist für uns Heimat, dieses zu Hause, wo unsere Familie und Freunde leben, wo wir uns aber auch selbst verwirklichen können. Gerade Leipzig hat uns in den letzten Jahren viel Gutes gegeben. Wir schätzen die kreative Atmosphäre, kulturelle Vielfalt und Menschen hier sehr und haben die Stadt ganz bewusst zu unserem Lebensmittelpunkt gemacht. Aber wir sind nicht nur hier unterwegs. Seit etwa einem Jahr bin ich auch sehr oft in Chemnitz. Wir statten Dresden oft einen Besuch ab, aber fahren auch regelmäßig auf’s Land und in die Natur, die Sachsen zu bieten hat.

Sachsen ist für uns Heimat, dieses zu Hause, wo unsere Familie und Freunde leben, wo wir uns aber auch selbst verwirklichen können.

All diese Dinge durften wir nun vor ein paar Wochen im Auftrag von So geht sächsisch sechs tollen Reisebloggern aus ganz Deutschland zeigen. Gerade nach den Ereignissen in Chemnitz kurz zuvor, für uns eine umso wichtigere Aufgabe. Wir haben uns sehr auf die Blogger, die zum Teil noch nie in Sachsen waren, gefreut und wollten ihnen zeigen, dass es in unserer Heimat mehr gibt, als alternative Wähler, die gern Angler-Hüte in Deutschland-Farben tragen. Sachsen ist auch bunt, kreativ und vielfältig. Hier leben Menschen, die etwas bewegen wollen und sich einsetzen – auch gegen besagte „Alternative“. Daher gibt es für uns genug Gründe, unserer Heimat nicht den Rücken zu kehren, sondern im Gegenteil, hier zu bleiben und dafür zu sorgen, dass auch Andere beginnen, das Gute zu sehen, das Sachsen zu bieten hat.

So geht sächsisch - Unterwegs in Sachsen

Unterwegs in Sachsen (Alle Bilder: Sophie Valentin).

Für unsere Tour hatten wir drei Tage Zeit. Natürlich bei weitem nicht genug, um alles zu sehen und erleben, aber ausreichend, um einen ersten Eindruck zu bekommen und ein paar spannende Projekte und Menschen kennenzulernen. Zu unseren Stationen Leipzig, Chemnitz und Oberwiesenthal wollen wir auch euch noch einmal ein Stück mitnehmen. Auf geht’s nach Sachsen:

Erste Station: Leipzig

Wir starten am Leipziger Hauptbahnhof, wo wir die Blogger, die aus ganz Deutschland angereist sind, einsammeln. Aus Erfahrung wissen wir: die Verpflegung ist das Wichtigste, also machen wir uns erst mal auf zum Sol y Mar, wo wir mit einem kleinen Begrüßungslunch starten. Zwischen frischen Häppchen und fruchtig-sprudelnden Limonaden lernen wir uns erst mal kennen und merken schnell: die Chemie stimmt. Die Mädels und Jungs sind gut drauf und allesamt gespannt auf die nächsten Tage.

So geht sächsisch - Unterwegs in Sachsen
So geht sächsisch - Unterwegs in Sachsen

Nach der Stärkung geht’s auf Richtung Südvorstadt. Leider haben wir in Leipzig nicht allzu viel Zeit, aber einen Ort wollen wir unbedingt zeigen: Goldstein & Co auf dem Feinkost Gelände. Hier werden von Matthias und seinem Team alte DDR-Industriemöbel wieder auf Vordermann gebracht und lösen bei jedem, der den Werkstattladen betritt sofort heftigste Will-ich-haben-Gefühle aus. Wir sind uns sicher: wenn unser Kleinbus einen Anhänger gehabt hätte, wären wir sicher nicht mit leeren Händen verschwunden.

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Nächster Halt: Chemnitz

Weiter geht es nach Chemnitz. Auf der Fahrt im Bus haben wir Zeit, uns über die Ereignisse vor gerade einmal einer Woche auszutauschen. Wir geben zu: als wir in die Stadt fahren, haben wir ein leicht mulmiges Gefühl. Wie wird die Stimmung hier sein? Natürlich fällt es nicht leicht, schöne Orte und coole Projekte zu präsentieren, wenn man weiß, was passiert ist. Dennoch hat auch diese Stadt mehr zu bieten als Demonstrationen vor dem Nischel. Es gibt Menschen, die versuchen dagegen zu halten und zu zeigen, dass Chemnitz auch ein toleranter und vielfältiger Ort ist. Einer von ihnen ist Felix von Eierlikörz. Er hat das Getränk mit dem leicht angestaubten Image wieder hip gemacht und füllt in seiner kleinen Manufaktur sogar unterschiedliche Sorten ab. Wir nehmen unseren Auftrag ernst und probieren sie alle. Die Favoriten: Son of a Peach mit Pfirsisch und Häzel Hoff mit Haselnussnote. Nicht ohne einen Eierlikör to go lässt uns Felix weiterziehen. Ich sag es mal so: die Busfahrt zum Hotel war kein Trauerspiel..

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Nach einer kurzen Pause zur Ausnüchterung zum Frisch machen, machen wir uns auf den Weg zur ibug. Das Festival für urbane Kunst gastiert zum zweiten Mal in Folge in der ehemaligen Nadel- und Platinenfabrik in Chemnitz. Die Industriebrache wurde von rund 120 Künstlern aus aller Welt umgestaltet und mit den unterschiedlichsten Kunstwerken versehen. Stundenlang kann man hier durch das Gebäude wandeln und entdeckt hinter jeder Ecke eine neue Installation, Malerei oder Tape Art. Sehr beeindruckend, was hier innerhalb kürzester Zeit auf die Beine gestellt wurde – by the way alles ehrenamtlich, sowohl von den Künstlern als auch den Organisatoren und Helfern. Chapeau! Nach einem Absacker an der Hotelbar fallen wir nach diesem ersten Tag müde ins Bett und schauen, dass wir eine Mütze Schlaf abbekommen. Schließlich ist am nächsten Tag eine Menge geplant.

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Der Samstag startet für uns gemütlich im französischen Restaurant La Bouchée. Hier gibt es für uns nicht nur ofenzarte Croissants, frisch gepresste Säfte und gehaltvolles Müsli, sondern auch Gespräche mit Frau Endler und Frau Schulze von der Chemnitzer Wirtschaftsförderung. Die beiden haben aktuell wahrlich keinen leichten Job, nehmen sich aber Zeit für uns und lassen uns an ihren Herausforderungen und der Organisation für das große Konzert am Montag teilhaben. Wir können und wollen nicht ausklammern, was gerade in Chemnitz geschieht und nutzen die Gelegenheit gern, um von den beiden Locals mehr über die Lage in der Stadt zu erfahren.

Die Schönherr-Fabrik soll unser nächster Halt sein. Genauer gesagt: das Atelier von Modedesignerin Doreen Thierfelder. Doch, was macht man, wenn die Hausdame selbst nicht vor Ort sein kann? Richtig, man nutzt moderne Technik und dieses Internet, um sie zu uns zu holen. Während Doreen uns über Skype mehr über sich und ihre Arbeit verrät, schauen wir uns in dem großen, hellen Raum um, der gleichzeitig Atelier und Showroom ist. Sowohl für Männer als auch für Frauen hat Doreen Kreationen im Angebot, die allesamt nach Maß gefertigt werden. Cleane Schnitte und starke Farben – we like!

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Im Bus fahren wir nach dem Besuch bei Doreen hoch auf den Kaßberg. Der Kaßberg ist mein liebstes Viertel in Chemnitz und kann sich wahrlich sehen lassen. Hier gibt es nicht nur ein prunkvoll verziertes Jugendstil-Haus am nächsten – der Kaßberg ist eines der größten zusammenhängenden Gründerzeitviertel Europas – sondern auch gemütliche Cafés und kleine, besondere Läden. Als wir einen davon, die Papeterie Haamit, erkunden, läuft uns Moderatorin Dunja Hayali über den Weg, die sich von Inhaber Götz gerade seine spontane #wirsindmehr Sprühaktion erklären lässt. Eine schöne Begegnung mit einer beeindruckenden und starken Frau.

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Nebenan im Café Emmas Onkel gibt es für uns noch eine kleine Stärkung in Form von köstlichsten, hausgemachten Kuchen und Tartes und einer Menge frisch gebrühtem Kaffee. Das hübsche Café ist verständlicherweise eines der beliebtesten im ganzen Viertel, wenn nicht sogar in ganz Chemnitz, und wurde vor wenigen Monaten in frischem und sehr stylischem Gewand neu eröffnet. Die Betreiber kennen sich aber schon lange mit Kaffee und Kuchen aus. Schon vor Jahren betrieben sie im Sommer einen kleinen Bauwagen vor der Kaßberger Buchhandlung Lessing & Kompanie (übrigens auch eine Empfehlung im Viertel) und zogen dann wegen großer Nachfrage in einen eigenen Laden.

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Weiter geht’s nach Oberwiesenthal

Nach anderthalb Tagen in der Stadt geht es für uns nun weiter gen Natur im Süden, Richtung Erzgebirge. Im Bus zieht die bewaldete Landschaft an uns vorbei, von Minute zu Minute wird es nicht nur hügeliger, sondern leider auch nebliger. Unser Plan, den Fichtelberg mit Mountainbikes zu erkunden, wird leider vom nieseligen Wetter durchkreuzt. Wir checken erst mal im Best Western Ahorn Hotel am Fuß des Berges ein und wärmen uns mit heißem Tee auf. Gemütlich ist es hier und noch dazu ein Hotel nur für Erwachsene. Wenn wir Zeit hätten, würden wir direkt für ein Wellness-Wochenende bleiben.

So geht sächsisch - Unterwegs in Sachsen
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Nach einer kurzen Pause zieht es uns dann aber doch noch einmal raus ins Grüne. Zwar müssen die Mountainbikes zu Hause bleiben, aber Guide Steffen nimmt uns mit auf einen kleinen Ausflug durch die Stadt und am Skihang und Wald entlang. Für Wintersportler ist Oberwiesenthal ja ein wahres Paradies, aber auch wenn kein Schnee liegt, gibt es hier allerhand Freizeitangebote für Outdoor-Fans. Besonders die Stoneman Mountainbike-Strecke lockt viele Sportler ins schöne Erzgebirge. Wir begnügen uns vorerst mit unserer Mini-Wanderung im Nebel, auch diese Atmosphäre hat etwas für sich.

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Am Abend ist die Location unserer Wahl, ziemlich ungewöhnlich für die Region, die von Neuseeland inspirierte Kiwis Bar Lounge. Inhaber Melli und Pierre haben von ihrer Weltreise und vor allem von ihrem mehrmonatigen Aufenthalt in Neuseeland bei den „Kiwis“ nicht nur viele Eindrücke, sondern auch die Idee für das Restaurant mitten in Oberwiesenthal mitgebracht. Wir lassen es uns beim BBQ-Buffett ordentlich schmecken und bekommen danach von Barkeeper Thomas sogar noch einen kleinen Cocktail-Workshop. Einige Martinis, Wodka Sours und Daiquiris später endet der zweite Tag unserer Reise und wir sind schon ein bißchen traurig, dass morgen der letzte Tag anbrechen wird.

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Last but not least: Räucherkerzenland Crottendorf

Nach ausgiebigem Frühstück im Ahorn Hotel packen wir unsere Sachen ein letztes Mal zusammen und düsen im Bus ins nur 20 Minuten von Oberwiesenthal entfernte Crottendorf. Na, klingelt bei dem Namen schon etwas bei euch? Richtig, aus Crottendorf kommen die weltbekannten Räucherkerzen. Im ganz neuen und sehr liebevoll gestalteten Räucherkerzenland wird nicht nur die fast 100-jährige Geschichte des Unternehmens erzählt, sondern auch so gut wie jeder Wunsch aller Weihnachtsfans erfüllt. Nach einer Führung durch das Museum und den Laden nehmen wir im Raacherkerzl-Stolln Platz und stellen zur Feier des Tages unsere ganz eigenen Räucherkerzen her. Zwar eine ziemlich schmutzige Angelegenheit, aber dafür lustig und gemütlich hoch zehn (stellt euch dafür jetzt einfach zehn erwachsene Menschen vor, die Kohleteig kneten und rollen und dazu Randfichten Lieder summen). Spätestens jetzt können wir alle den ersten Advent kaum erwarten! Im hauseigenen Café Annabella stärken wir uns nach der DIY-Räucherkerzen-Session mit Flammkuchen und Kartoffelsuppe und steigen dann auch schon wieder in den Bus, der uns zurück nach Leipzig bringt.

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Große Verabschiedung am Leipziger Hauptbahnhof! Ein wenig fühlt es sich so an, wie von einer Klassenfahrt oder einem Ferienlager nach Hause kommen. Uns hat es riesigen Spaß gemacht, den Jungs und Mädels drei Tage lang Sachsen, unsere Heimat, zu zeigen, uns auszutauschen und gemeinsam dieses bei Weitem nicht perfekte, aber dennoch wunderbare Bundesland zu entdecken.

Ein Blumenstrauß für…

Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an alle, die diese Reise ermöglicht haben! Wir sind glücklich und dankbar, dass wir diese Möglichkeit hatten. Einen digitalen Blumenstrauß bekommen: So geht sächsisch, Claudius, Manu und Robert von Ketchum Pleon, Fotografin Sophie Valentin, das Team vom Sol y Mar, Goldstein & Co, Felix von Eierlikörz, die ibug Crew, Frau Schulze und Frau Endler von der Chemnitzer Wirtschaftsförderung, Doreen Thierfelder und ihre Mitarbeiterin Sybille, Marcel, unser Guide in Chemnitz, Matthias und die Ladies von Emmas Onkel, das Best Western Ahorn Hotel, Steffen, unser Guide in Oberwiesenthal, das K1 Sporthotel (auch, wenn aus der Mountainbiketour leider nichts wurde), Thomas und das Team vom Kiwis und das Räucherkerzenland Crottendorf. Vielen Dank außerdem ans Taschenkaufhaus für die Rucksäcke, die unsere Blogger auch jetzt noch begleiten und sie an unsere gemeinsame Reise erinnern.

Zu guter Letzt vielen Dank an alle Blogger, die dabei waren: Anne und Clemens von Travellers Archive, Nina von Good morning World, Vivien von Ann-Vivien, Chris von Viel Unterwegs, Lynn von Lieschen Radieschen reist und Madlen von Madlen Boheme.

Es war uns ein Fest und wir hoffen, euch bald wiederzusehen. In Sachsen oder im Rest der Welt.

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1 Comment

  • Antworten Oktober 20, 2018

    Johanna

    Das klingt nach ein paar tollen Tagen! Wirklich tolle Aktion, die zeigt, dass man mal wieder mehr in seiner Heimat unternehmen sollte 🙂

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