New Work – wie wir arbeiten wollen-

Was Neues Arbeiten für uns bedeutet

Bei unserem letzten Design Date – unserem Netzwerktreffen für Kreative – im SimpliOffice Co-Working Space haben wir uns mit dem Thema New Work befasst und ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert, wie wir bei Kiss & Tell eigentlich arbeiten, warum wir das als New Work bezeichnen und was Unternehmen in Zukunft verändern können, um sich den modernen Gegebenheiten in unserer Gesellschaft anzupassen.

Zwar haben wir unseren Vortrag auf Instagram live übertragen, aber den konnten nicht alle sehen und wir haben danach noch viele Anfragen bekommen, das Ganze noch mal zu teilen. Das tun wir nun hiermit und geben Euch einen kleinen Einblick in unsere Arbeitswelt.

New Work

New Work bedeutet Veränderungen in Bezug auf die Struktur der Arbeit, die Einstellung zur Arbeit und die Technologisierung und Digitalisierung.

Was heißt New Work eigentlich?

New Work bedeutet Veränderungen in Bezug auf die Struktur der Arbeit, die Einstellung zur Arbeit und die Technologisierung und Digitalisierung. Entwickelt wurde der Begriff vom Sozialphilosophen Frithjof Bergmann und ergibt sich aus den Folgen der Digitalisierung und Globalisierung, die vor allem in den letzten Jahren natürlich auch auf die Arbeitswelt großen Einfluss hatten und haben. Wir haben so viele Möglichkeiten wie noch nie zuvor in der Geschichte (was es zugegebenermaßen nicht immer einfacher macht), müssen nicht mehr unser Leben lang in einer einzigen Firma oder in einem einzigen Beruf arbeiten und können uns, wenn es gut läuft, mit unserem Job selbst verwirklichen. Wir genießen viele Freiheiten, können flexibel arbeiten und so auch Beruf und Privates so gut es geht in Einklang bringen. Nicht nur für Arbeitnehmer, sondern auch für Arbeitgeber stellt das eine große Chance dar, die leider noch die wenigsten ergreifen.

Wir als Selbstständige haben es da natürlich etwas einfacher, da wir ganz einfach selbst bestimmen können, wann, wie und überhaupt ob wir arbeiten. Intuitiv haben wir für uns flexible Strukturen entwickelt, die funktionieren, mit denen wir produktiv und zugleich glücklich sind. Spätestens seit wir auch eine Festangestellte haben, wurde das Thema New Work noch größer bei uns geschrieben, denn hier waren wir nun an der Reihe nicht nur uns selbst, sondern auch unserer Mitarbeiterin so viele Freiheiten wie möglich zu bieten und dennoch ergebnisorientiert zu arbeiten. Das ist nicht immer leicht, aber ich möchte behaupten (und darauf bin ich auch ein wenig stolz), dass wir in den letzten Monaten eine tolle Struktur gefunden haben, die auf gegenseitigem Vertrauen beruht und für uns wirklich aufgeht.

Uns ist vollkommen bewusst, dass das Thema New Work nicht in jedem Unternehmen sofort und vollumfänglich umsetzbar ist, aber auch hier gilt: einen Elefanten isst man Stück für Stück.

Als Inspiration und Motivation verraten wir Euch nun, wie das Ganze bei uns von Kiss & Tell Communication konkrekt funktioniert.

Flexibles Arbeiten
  • In Bezug auf den Ort: Wir haben unser Büro im Leipziger Westwerk, das ist unsere Homebase, hier arbeiten wir am Meisten und treffen uns für Meetings. Darüber hinaus arbeiten wir auch regelmäßig im Co-Working Space. Hier können wir die Konferenzräume nutzen, uns mit anderen Unternehmen vernetzen und mal in einer anderen Umgebung tätig sein (und im Sommer gibt es hier eine Klimaanlage). Außerdem kann jeder von uns auch immer im Homeoffice arbeiten. Gerade, wenn man Texte schreiben oder andere Aufgaben erledigen muss, die eine hohe Konzentration erfordern, bietet sich das an. Wer möchte, kann sich auch mit dem Laptop ins Café oder an den See setzen. Solange das Ergebnis der Arbeit stimmt, ist uns egal, wo diese erledigt wird.
  • In Bezug auf die Zeit: Gleiches gilt auch für die Zeit. Bei uns muss niemand von 9 bis 6 seine Zeit im Büro absitzen. Jeder arbeitet dann, wann er oder sie am produktivsten ist. Wir haben im Team sowohl Lerchen als auch Nachtigallen. Jeder kennt seine persönlichen Ressourcen am Besten und weiß, wann er am Leistungsfähigsten ist. Uns bringt es nichts, wenn jemand zwar um 9 im Büro ist, aber die Augen nur mit zwei Streichhölzern offen halten kann. Lieber arbeitet jeder dann, wann er wirklich fit ist und ist so auch am motiviertesten.
Flache Hierarchien
  • Flache Hierarchien sind für uns mehr als nur ein Buzzword. Jeder im Team – egal, ob Steffi, Madlen, ich, freie Mitarbeiter oder unsere Praktikanten – darf seine Meinung sagen, seine Ideen in Projekte einbringen und auch mal Kritik äußern. Gleichzeitig bedeutet das für uns aber auch, dass jeder für seinen Bereich Verantwortung übernimmt, vorausschauend arbeitet und das Team regelmäßig informiert oder sich Feedback einholt.
Selbstständiges Arbeiten
  • Dieser Punkt ist für uns besonders wichtig. Struktur fällt nicht jedem leicht, aber wir können (und wollen) keinem etwas vorgeben, das nicht zu ihm passt. Jeder strukturiert sich selbst, erstellt To-Do-Listen, Wochenpläne und priorisiert seine eigenen Aufgaben. Wir haben wöchtlich einen Jour Fixe, in dem wir uns gegenseitig zu unseren Projekten abholen, austauschen und das Team informieren. Die restliche Woche finden dann nur noch kurze Absprachen oder projektspezifische Meetings statt.
Moderne und schnelle Kommunikation
  • Ohne moderne Kommunikationswege wäre unsere New Work mit Sicherheit nicht möglich. Wir kommunizieren via WhatsApp Gruppen, unser Projektmanagement-Tool (asana), Skype oder natürlich Telefon und E-Mails. Das macht es uns möglich, z.T. alle an verschiedenen Orten zu arbeiten und dennoch bestens vernetzt und informiert zu sein. Wichtig hier: Grenzen setzen und akzeptieren, zum Beispiel am Wochenende nichts via WhatsApp zu schicken etc.
Work-Life-Balance
  • Noch so ein Buzzword, aber das zurecht. Wir bei Kiss & Tell lieben und leben unseren Job, aber zum Leben gehört natürlich auch noch mehr. Wir sind sehr ehrlich zueinander und tauschen uns regelmäßig über unsere beruflichen und privaten Ziele und Wünsche aus. Unsere Unternehmensphilosophie entwickeln wir gemeinsam mit dem Team und schauen, dass wir nur Kunden und Projekte annehmen, die wir a) wirklich wollen und b) mit unserem Leben und Alltag auch tatsächlich vereinbaren können. Nur, wenn wir genug Zeit für Freunde, Familie und Hobbys haben, können wir auch auf Arbeit kreativ und produktiv sein und sein wir mal ehrlich: die besten Ideen kommen sowieso im Urlaub und unter der Dusche zu einem.
Shared Knowledge
  • Wir lieben es, uns in Themen reinzufuchsen (gibt es das Wort überhaupt?!) und Experten auf unseren Gebieten zu sein. Wir bilden uns fort mit Büchern, Podcasts, auf Seminaren und Konferenzen (wie z.B. den Online Marketing Rockstars). Dabei interessieren uns aber nicht nur fachliche Inhalte, sondern auch die guten alten Softskills. Wenn jemand im Team spannenden Input hat, z.B. zum Thema Deep Work, Zeitmanagement, Meditation, gewaltfreie Kommunikation, Achtsamkeit etc., teilt er sein Wissen, wir tauschen uns aus und profitieren so alle davon.
Transparentes Feedback
  • Wie schon angedeutet, sind wir alle ziemlich ehrlich zueinander und fordern uns regelmäßig Feedback von den anderen ein. Nur so können wir lernen, Fehler korrigieren und es beim nächsten Mal noch besser machen. Dabei achten wir natürlich darauf, niemanden zu verletzen und immer respektvoll miteinander umzugehen. Ehrliche und konstruktive Kritik sollte nicht persönlich genommen werden, sondern ganz normal dazu gehören. Fehler passieren und sind menschlich. Leider wird das viel zu oft vergessen. Wir alle geben uns Bestes und das sollte auch anerkannt werden. Wenn man Feedback auf eine positive Art und Weise äußert, kann es sogar motivieren.
  • Auch in Bezug auf unsere aktuelle Gemütslage sind wir offen miteinander. Hat jemand seine Tage, Streit mit der Familie oder einfach nur einen schlechten Tag (man braucht nicht immer einen Grund), dann sagen wir es und meist führt alleine das schon dazu, dass man sich besser fühlt. Ansonsten weiß das Team einfach nur Bescheid und unterstützt und motiviert an diesem Tag vielleicht einfach ein bißchen mehr als sonst. Schließlich ist #bettertogether nicht umsonst unser Motto.

New Work Design Date Leipzig

Tipps zum Informieren und inspirieren lassen

Zum Schluss haben wir noch vier Empfehlungen, die wir Euch sehr ans Herz legen können:

  • Podcast: On the way to new work an dieser Stelle habe ich Euch den Podcast schon einmal vorgestellt. Michael Trautmann und Christoph Magnussen wollen über ihre Recherchen zum Thema New Work ein Buch schreiben. Den Prozess halten sie in ihrem Podcast fest, in dem sie mit renommierten Unternehmerinnen und einflussreichen CEOs, aber auch Journalisten, Sportlern oder Politikerinnen über die neue Arbeitswelt sprechen.
  • Buch: Deep Work von Cal Newport – eine Leseempfehlung für alle, die sich besser strukturieren bzw. in weniger Zeit mehr schaffen wollen. Nicht zuletzt durch die sich verändernde Arbeitswelt haben wir mit vielen Ablenkungen, zum Beispiel in Form von Social Media, zu kämpfen und müssen schon sehr diszipliniert sein, um diesen nicht immer nachzugehen. Wie man sich selbst so strukturieren kann, das man genau das schafft, verrät Cal Newport.
  • Buch: Code Red von Meggan Watterson – der weibliche Zyklus ist noch immer vielen (auch Frauen) ein Mythos. Das Buch zeigt sehr schön die unterschiedlichen Phasen eines Zyklus auf und welche Auswirkungen diese auf uns Frauen haben, auch in Bezug auf Leistungsfähigkeit, Konzentration, Entscheidungsfähigkeit etc. Es gibt auch ein extra Kapitel für Männer, obwohl wir (Männern und Frauen) empfehlen, einfach das ganze Buch zu lesen.
  • Buch: Gewaltfreie Kommunikation von Marshall B. Rosenberg – der respektvolle Umgang miteinander ist gerade in der Arbeitswelt das A und O für ein harmonisches Miteinander und somit auch erfolgreiche Projekte. Oftmals herrscht aber das genaue Gegenteil, nämlich eine ziemlich gewaltvolle und vorwurfsvolle Kommunikation vor. Dem kann man gezielt den Wind aus den Segeln nehmen, wenn man ein paar einfache Regeln der Kommunikation beachtet.

 

So viel nun erst mal zu unseren Erfahrungen mit New Work. Wir sind aber auch sehr gespannt, wie das Ganze bei euch aussieht. Welche Möglichkeiten habt ihr auf Arbeit? Was muss sich noch ändern und was wünscht ihr euch? Auch, wer weitere Tipps für Bücher, Podcasts usw. hat, ist herzlich eingelanden, sie zu teilen, denn ihr wisst: wir sind #bettertogether!

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Bilder 1, 2, 4 & 5 von Tim Hard. Bilder 6 & 7 von Anne Schwerin.

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