Kunst trifft Mode

Werbung: Mit Gero Paul im Museum der bildenden Künste Leipzig

Ein eisiger Sonntag Mitte Januar – die Sonne scheint, der Himmel ist strahlend blau, aber die Luft klirrend kalt. Ich bin auf dem Weg ins Leipziger Zentrum, aber nicht zum Sonntagsbrunch mit Freunden, sondern, um dem Museum der bildenden Künste einen Besuch abzustatten. Es begleitet mich Fotografin Corinna Dumat, die genau wie ich, nicht nur von der Kunst hier, sondern auch von der einmaligen Architektur des von außen eher unspektakulär erscheinenden Museums beeindruckt ist.

Der gläserne Kubus, der seit 2004 die Gemüter der Leipziger spaltet und sich mittlerweile ganz unscheinbar hinter mehreren Neubauten am Sachsenplatz versteckt, besticht im Inneren mit einem Materialmix aus kühlem Glas und Beton und warmen Eichenholz. Schon seit ich das erste Mal vor rund zehn Jahren hier war, hat mich die Weite und Offenheit der Räume fasziniert und ich freue mich, dass wir diese nun als Kulisse für ein besonderes Projekt nutzen dürfen.

Musem der bildenden Künste Leipzig Gero Paul Hamburg

Unterwegs im Musem der bildenden Künste Leipzig (alle Aufnahmen von Corinna Dumat).

Ist Mode Kunst?

Die Frage, ob Mode Kunst ist, wurde schon oft gestellt und meiner Meinung nach muss sie jeder für sich beantworten. Für mich schließen sich Mode und Kunst nicht aus. Dafür müssen natürlich bestimmte Kriterien erfüllt werden. Wenn in ein Kleidungsstück kreative und konzeptionelle Arbeit fließt, es handwerklich hochwertig gefertigt wird und mit seinem Design das Leben von Menschen bereichert oder inspiriert, dann kann Mode für mich etwas ebenso Wertvolles wie ein Gemälde, eine Skulptur oder eine Installation haben. Und noch etwas: die Mode hat anderen Kunstarten gegenüber einen entscheidenen Vorteil: man trifft sie auf der Straße, im Supermarkt, im Büro oder im Club. Mode ist allgegenwärtig und lebendig und hat somit ein enormes Potential, Einfluss auf unser Leben zu nehmen. Natürlich gibt es auch Streetart und es steht jedem frei ein Museum zu besuchen, doch oft müssen wir uns dafür aktiv entscheiden, während wir mit Mode quasi ständig „nebenbei“ konfrontiert sind. Vielleicht ist das auch der Grund, warum sie für manche nicht als Kunst angesehen wird: zu verfügbar, zu präsent, zu willkürlich. Das kann ich im Ansatz nachvollziehen und auch ich würde vermutlich einen Großteil der Mode, die mir im Alltag begegnet nicht unbedingt als Kunst bezeichnen. Aber wie gesagt, jeder soll für sich entscheiden, was Kunst ist und was nicht (zählt für mich übrigens nicht nur in Bezug auf Mode).

Gero Paul – Tragbare Kunst aus Hamburg

Nicht nur Mode, sondern auch die Kunst wieder mehr auf die Straße zu bringen, ist der Ansatz des Hamburger Künstlers Gero Paul Feldmann. Über seine Arbeit bin ich vergangenen Herbst in Berlin gestolpert und war vom Konzept sofort begeistert. Die Idee: mit einer Unisex-Kollektion bestehend aus hochwertigen Jeansjacken und Seidentüchern einzigartige, tragbare Kunstwerke schaffen. Die digitalen Collagen des interdisziplinär arbeitenden Grafik-Designers zeigen farbenfrohe und surreale Phantasiewelten, oft mit einem Augenzwinkern. Jedes Teil wird in Hamburg Wilhelmsburg von LiebertA, einem Integrationsprojekt für Geflüchtete und Migranten, fernab von Massenproduktion von Hand gefertigt.

Die Idee: mit einer Unisex-Kollektion bestehend aus hochwertigen Jeansjacken und Seidentüchern einzigartige, tragbare Kunstwerke schaffen.

Die Seidentücher sind elegant und universell einsetzbar, zum Beispiel als Kopftuch, Schal, Gürtel oder um den Henkel der Tasche gewickelt. Noch besser aber gefallen mir die Jeansjacken, denn die sind irgendwie immer im Trend und man kann sie sowohl lässig als auch schicker kombinieren. Eine Jeansjacke hat wohl jeder im Schrank und man hat – gerade jetzt im bevorstehenden Frühjahr – oft die Gelegenheit sie auszuführen. Mit einer Jacke von Gero Paul setzt man so auch ein künstlerisches Statement und wird Teil der Kunst – für sich selbst und andere.

Im Museum der bildenden Künste haben Corinna und ich die Jeansjacke Der Vogelkönig („Ein einfacher Zweig ist dem Vogel lieber, als ein goldener Käfig.“) in Szene gesetzt. Here you go:

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Vielen Dank an Gero Paul, das Museum der bildenden Künste und Corinna Dumat!

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