Im Gespräch mit Lena von „black to wild“-

Werbung: Illustration und Kommunikationsdesign aus Leipzig

Georg-Schwarz-Straße 118. Hier teilen sich zwei kreative Köpfe das Atelier. Lena Stadler und Raphael Rill nennen Leipzig noch nicht allzu lange ihr Zuhause und sind beide selbstständig. Kennengelernt haben sie sich beim Straßenfest in der Georg-Schwarz-Straße, wo sie jetzt an ihren Projekten arbeiten.

Nachdem wir euch vor Kurzem schon Raphael von Ecofacture vorgestellt haben, soll es heute um Lena gehen. Sie hat an der Burg Giebichenstein in Halle sowie der ESAG Penninghen in Paris studiert und war anschließend in verschiedenen Berliner Kreativagenturen angestellt. Unter dem Namen „black to wild“ ist sie jetzt als selbstständige Grafikdesignerin, Fotografin und Illustratorin unterwegs. Im Interview haben wir mit ihr über ihre Projekte, Leipzig und Zukunftspläne gesprochen!

Pssst: wenn ihr auf der Leipziger Buchmesse unterwegs seid, könnt ihr Lena am Donnerstag, den 21. März 2019 um 15 Uhr am Stand der HTWK Leipzig (D501/E500) treffen. Dort gibt sie bei der Veranstaltung „Drei Kreative – ein Roman. Das Zusammenspiel von Illustration, Design und dem geschriebenen Wort.“ persönlich einen Einblick in ihre Arbeit.

Black To Wild Lena

Lena und Raphael vor ihrem gemeinsamen Atelier.

Lena, was genau machst du und wer sind deine Kunden?

Ich bediene größtenteils kleine und mittelständische Unternehmen sowie Privatpersonen. Derzeit sind meine Hauptauftraggeber soziale Träger, Musiker, sowie Autoren. Diese treten mit ihren verschiedenen Gestaltungswünschen und -vorstellungen an mich heran. Durch mein Knowhow in Fotografie und Illustration ist mein Leistungsspektrum umfangreich. Wenn zum Beispiel im privaten Bereich ein Event ansteht, kümmere ich mich sehr gerne um Einladungen, Menükarten und vieles mehr. Sobald es größer wird, gehört zu meinem Aufgabenfeld die Erstellung von Logos, Broschüren und Websites. Ich bin Ansprechpartnerin für das Thema „Branding“, wofür ich maßgeblich das Corporate Design und Anwendungsmedien erstelle. Darüber hinaus berate ich Unternehmen bei der Entwicklung einer Corporate Identity. Grundsätzlich geht es also um die Gestaltung von Print- und Onlinemedien. Dabei liegt meine Vorliebe im Printbereich.

Zusammen mit meinen Kunden schaue ich über den visuellen Tellerrand.

Hast du gerade ein Lieblingsprojekt?

Aktuell gibt es eine junge Autorin, mit der ich zusammenarbeite. Gerade den Beginn einer Zusammenarbeit finde ich extrem spannend, weil wir uns auf eine bildliche Sprache einigen. Schrittweise lernen wir uns kennen, verständigen uns über Vorstellungen und den Inhalt des Buches, um dann zu erforschen, wo Probleme und Bedürfnisse liegen und wohin die Reise geht. Oft haben Kunden bereits eine Idee im Kopf – die am Ende vielleicht aber gar nicht die optimale Lösung ist. Daher schauen wir zusammen über den visuellen Tellerrand. Und das ist gerade sehr, sehr aufregend! Im letzten Jahr habe ich Elias Vorpahl auf die gleiche Art und Weise bei der Veröffentlichung seines Romans „Der Wortschatz“ begleitet. Wie bereits auf der Frankfurter Buchmesse reden wir nun auch auf der Leipziger Buchmesse über den erfolgreich publizierten Roman und unsere Zusammenarbeit.

Black To Wild Lena

Black To Wild Lena
Wie gehst du an den gestalterischen Prozess heran?

Ich versuche eine nachhaltige Gestaltung zu erzielen, die langlebig sowie bedürfnis- und kundenorientiert ist. Dementsprechend stelle ich nicht nur die Frage wer mein Kunde ist, sondern auch, wie dessen Zielgruppe aussieht. An erster Stelle steht die Marktrecherche. Dann gibt es mehrere Präsentationen, um zum Beispiel den Stil zu finden, bevor wir zum Layout kommen. Wenn das alles gemacht ist, geht es ans Skizzieren. Es gibt meistens mehrere Varianten, die ich zuerst schemenhaft zeichne. Die weiteren Ausarbeitungen basieren auf diesen ersten Steps. Damit fahre ich ganz gut, weil es kein Schuss ins Blaue, sondern fundiert ist. Der Kunde wird stets abgeholt und kann nachvollziehen, warum gestalterische Entscheidungen eben so und nicht anders gefallen sind. Momentan binde ich immer stärker das Design Thinking Prinzip in mein Arbeiten ein, welches darauf abzielt, eine Idee nicht nur umzusetzen, sondern auf deren Funktionalität zu überprüfen.

Wann kam bei dir denn das Interesse an einer kreativen und handwerklichen Tätigkeit auf?

Mir wurde das schon in die Wiege gelegt. Meine Eltern haben mich frühzeitig an die Musik und die Kunst herangeführt. Lange – eigentlich fast bis zum Abi – war nicht klar, ob ich eher in die musikalische oder künstlerische Richtung gehen möchte. Zur Orientierung fing ich nach der Schule eine Ausbildung zur Grafikdesignerin in Halle an. Dabei habe ich Anschluss an die Burg Giebichenstein bekommen. Damals wollte ich noch Kunst studieren, habe dann aber gemerkt, dass es nichts für mich ist. Ich bin mir selbst kein guter eigener Auftraggeber, ich brauche Probleme, die ich lösen kann. Und nun bin ich also visuelle Problemlöserin geworden.

Ich bin visuelle Problemlöserin geworden.

Black To Wild Lena
Du bist keine gebürtige Leipzigerin. Was hat dich hierher verschlagen?

Bei mir war es kein direkter Plan, nach Leipzig zu ziehen. Ich habe meinen Freund auf Reisen kennengelernt. Er war in Nürnberg, ich in Berlin. Wir wollten jeweils nicht in die Stadt des Anderen und haben etwas Neues gesucht. Ich wollte die Nähe nach Berlin nicht verlieren, weil ich dort sehr verankert bin. Leipzig war sozusagen die Mitte von uns beiden. Als ich vor einem Jahr hier war, ist mir richtig aufgefallen, wie oft die Menschen hier lächeln und  freundlich sind. Das fällt mir immer noch auf! Ich habe mich sehr schnell sehr wohl gefühlt. Zum absoluten Glück fehlen mir zwar Berge, aber der Rest ist super!

Ich mach das jetzt!

Du bist seit einem Jahr selbstständig. Was hast du bisher gelernt und welche Erfahrungen hast du gemacht?

Ich habe vor meiner Selbständigkeit mehrere Jahre in Kreativagenturen in Berlin gearbeitet. Der Gedanke, mich selbstständig zu machen, begleitet mich schon länger. Bis ich nach Leipzig gezogen bin, habe ich mich nicht getraut, aber zeitgleich mit dem Umzug gedacht: „Ich mach das jetzt!“ Wahrscheinlich ist das der größte Lernerfolg, den ich verzeichnen kann: Dass es sich gelohnt hat, diesen Schritt zu wagen. Außerdem bin ich dankbar dafür, dass ich schon während meiner Anstellung selbstständig tätig war, mir einen kleinen Kundenstamm aufgebaut habe und wusste, wie ich mich positionieren möchte.

Black To Wild Lena
Black To Wild Lena
Hast du schon Pläne für die Zukunft geschmiedet? Gibt es Ziele oder Projekte, die du noch umsetzen möchtest?

Mir schwebt vor, irgendwann eine eigene kleine Werkstatt mit Café nebenan zu eröffnen. Ein offener Werkstattraum, der auch Theater- oder Zirkusworkshops zur Verfügung steht. Wo, weiß ich noch nicht. Perspektivisch kann ich mir vorstellen, in einem Hofprojekt zu wohnen und meine Idee in so einem Kontext einzubauen.

Black To Wild

 

Vielen Dank für das Interview!

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