Auswandern in die Bretagne – Im Gespräch mit Regine Rompa-

Buchclub - Unser Hof in der Bretagne

Es ist höchste Zeit für eine neue Runde Buchclub und ich möchte euch gern mein aktuelles Lieblingsbuch vorstellen, das ich an nur einem Wochenende komplett durchgeschmökert habe: „Unser Hof in der Bretagne – Neuanfang zwischen Beeten, Bienen und Bretonen“ von Regine Rompa.

Ich gebe es zu. Als im Februar die Anfrage des Rowohlt Verlags kam, ob sie uns das neue Buch ihrer Autorin Regine Rompa zuschicken dürfen, habe ich mich erst mal von dem schönen Cover leiten lassen: ein Steinhäuschen mit Reetdach, davor wilde Blumen, ein süßer Hund und ein sympathisch schauendes Pärchen mit Hühnern auf dem Arm – das gefiel mir und auch die Kurzbeschreibung klang spannend: „Regine und ihr Freund Anton haben ihre Jobs gekündigt, ihre Wohnung verkauft und sind in die Bretagne gezogen. Das Ziel: sich selbst zu versorgen, den Sinn des Lebens zu finden, im Einklang mit der Natur und Tieren zu leben.“

Anfang April lag das Buch dann im Briefkasten und ich tauchte direkt in Regines und Antons Abenteuer ein und las von ihrer Unzufriedenheit mit dem stressigen Leben in Berlin, der Sehnsucht nach mehr Sinn und Selbstbestimmung und dem Entschluss, alles hinzuschmeißen und in einem kleinen Häuschen in der Bretagne neu zu starten und ein vollkommen anderes Leben zu führen: mit weniger Arbeit, dafür mehr Zeit für sich und ihre Tiere (die immer mehr werden) und einem ambitionierten Plan: Sich soweit wie möglich selbst mit Nahrung zu versorgen und im Garten reichlich Gemüse und Obst anzubauen. Dass weder Regine noch Anton französisch sprechen oder Erfahrung im Gärtnern haben, bringt die beiden nicht davon ab, ihr ambitioniertes Vorhaben anzugehen.

Das ist vielleicht kleines bißchen naiv, aber die beiden sind optimistisch und voller Tatendrang. Das spürt man beim Lesen auf jeder Seite. Regine ist aber auch ganz ehrlich und lässt ihre LeserInnen an allen Höhen und Tiefen teilhaben, erklärt ihre (neue) Sicht auf die Welt und versucht klar zu machen, worauf es ihr wirklich ankommt im Leben. Was ihr dabei sehr gut gelingt: Sie ist niemals dogmatisch und stellt ihre eigene Meinung und Lebensweise einfach als eine Option vor. Auch sieht sie sich nicht als Aussteigerin aus der Gesellschaft, sondern arbeitet weiterhin freiberuflich vom Hof aus (Internet sei Dank) und setzt für sich persönlich einfach Prioritäten neu.

Was ganz automatisch passiert: Je mehr Seiten des Buches man gelesen hat, desto stärker hinterfragt man seine eigene Lebensweise und die Frage, ob man selbst auch so wie Regine und ihr Freund Anton leben könnte oder wollen würde, drängt sich immer mehr auf. Mich jedenfalls hat es sehr zum Nachdenken angeregt und besonders mit dem Begriff der ökologisch-digitalen Boheme, wie Regine ihren neuen Lebensstil tauft, konnte ich mich ganz gut identifizieren. Was sie damit genau meint, ob das mit dem Selbstversorgen geklappt hat und wie sie ohne die Sprache zu beherrschen überhaupt Anschluss in Frankreich gefunden haben, erzählt Regine in unserem Interview, das ich mit ihr führen durfte.

Wer sich für das Thema und Regines Geschichte interessiert, sollte aber unbedingt auch ihr Buch lesen. Zwei Exemplare verlose ich auf Instagram. Ansonsten findet ihr es natürlich auch beim Buchhändler eures Vertrauens. Und nun erstmal viel Spaß mit dem Interview:

Regine Rompa

Regine, meine erste Frage, da ich selbst großer Hühner-Fan bin: Wie geht es dem Hutmacher und den anderen Hühnern? In einem anderen Interview hatte ich schon gelesen, dass ihr unschönen Besuch hattet?

Ja, ein Fuchs hat vor ein paar Wochen leider einige unserer Hühner mitgenommen. Die Füchse haben gerade Junge und wir haben bei uns im Wald ein Wildtierschutzgebiet gegründet. Hier dürfen keine Wildtiere mehr erschossen werden. Obwohl unser Hühnerauslauf sogar unter der Erde mit Maschendraht fortgeführt wird, hat sich doch einmal ein Fuchs über Nacht eingegraben. Wir waren natürlich sehr traurig darüber. Andererseits verstehe ich, dass die Füchse auch überleben wollen. Besonders wenn sie Junge zu versorgen haben, brauchen sie viel Nahrung. Wir haben den Auslauf jetzt noch stärker abgesichert. Den restlichen Hühnern geht es aber gut.

In der Stadt habe ich nicht mehr gesehen, wie groß und stark die Natur ist – und wie klein wir sind.

Kannst du dich noch an das Gefühl erinnern, als ihr zum ersten Mal euren Hof besichtigt habt? Wart ihr euch gleich sicher oder hattet ihr Zweifel?

Daran kann ich mich noch total gut erinnern, Franzi! Ich hatte ein Gefühl, das ich vorher lange vergessen hatte: Ergriffenheit. Schon als wir in unser Dorf abgebogen sind und ich zum ersten Mal die gewaltige Eiche gesehen habe, die sich knorrig aus dem Dach eines verfallenen Backhauses windet, hat sich in mir etwas zurechtgerückt. In der Stadt habe ich nicht mehr gesehen, wie groß und stark die Natur ist – und wie klein wir sind. Das kann man hier hingegen überall fühlen. Wir sind dann zu Fuß auf unser reetgedecktes Häuschen zugelaufen – und haben gleich bei der ersten Besichtigung vier Rehe auf dem Land gesehen. Ich hatte das Gefühl, dass ich mich als Mensch lange zu wichtig genommen habe. Wie schön, dass es auch noch Natur und Wildtiere gab und ich als Mensch meinen Platz dazwischen einnehmen könnte. Ein erleichterndes, tiefes Gefühl von Geborgenheit, Ankommen und Akzeptanz. Gefühlsmäßig war ich mir deshalb gleich sicher. Erst als wir weggefahren sind, hat sich langsam auch mein Kopf wieder eingeschaltet und dann kamen tatsächlich eine Menge Zweifel und Fragen auf.

Woher habt ihr den Mut genommen, ein altes Haus in einem fremden Land zu kaufen? Es hätte ja so viel schiefgehen können.

Wir hatten einfach das Gefühl, dass es das Richtige ist – und dass wir lange herausgezögert hatten, das Richtige zu tun. Wir wollten, dass endlich etwas passiert. Und wenn wir nicht gehandelt hätten, wäre wahrscheinlich nichts passiert…  Es hat weniger Mut gebraucht, als man vielleicht denkt.

Regine Rompa

Ich konnte „Bonjour“, „Merci“ und „Croissant“ sagen, da hat es dann aber auch fast schon aufgehört.

Habt ihr schnell Anschluss in der Bretagne gefunden? Am Anfang habt ihr ja auch noch nicht so gut Französisch gesprochen.

Haha, das kannst du laut sagen. Ich konnte „Bonjour“, „Merci“ und „Croissant“ sagen, da hat es dann aber auch fast schon aufgehört. Und versuch mal, damit ein Gespräch zu führen! Trotzdem haben wir schnell Anschluss gefunden. Gleich am ersten Tag haben wir uns bei der Nachbarin vorgestellt – mit einem auswendiggelernten Text von Google Translate. Als sie darauf geantwortet hat, haben wir natürlich nichts verstanden. Fünf Minuten später saßen wir dennoch mit einem Bier in ihrem Wohnzimmer. Die Leute hier sind extrem nett und sehr offen. Außerdem gibt es sehr viele andere Auswanderer, mit einigen davon sind wir jetzt eng befreundet.

Euer Ziel war es von Anfang an, so viel Gemüse im Garten anzubauen, dass ihr euch selbst versorgen könnt. Ist der Plan aufgegangen? Was müsst ihr noch einkaufen? Und kannst du eines deiner liebsten Selbstversorger-Gerichte mit uns teilen?

Letztes Jahr konnten wir uns von ca. Mitte Juni bis Ende Oktober komplett mit Essen selbstversorgen (bis auf Öl, Essig und ab und zu Brot). Die restlichen Monate hatten wir immer etwas Selbstversorgtes auf dem Teller, mussten aber auch einen Teil zukaufen, um vollständige Gerichte daraus zaubern zu können. Vor allem im Winter müssen wir noch viel einkaufen. Dieses Jahr haben wir den Gemüsegarten nochmal ordentlich ausgedehnt und bauen auch mehr Wintergemüse an. Ich denke, dass es jetzt noch länger klappen wird, wobei ich es nicht so dogmatisch sehen will. Wenn mir die Kartoffeln dieses Jahr irgendwann zu den Ohren rauskommen, werde ich vielleicht ab und zu mal Pasta, Couscous oder Reis einkaufen. Und bisher haben wir uns nur ums Essen gekümmert. Dieses Jahr will ich zum ersten Mal auch Säfte selbstmachen. Obstbäume und Holunder haben wir dazu genug. Dafür dass wir erst zwei Jahre hier sind und keine Erfahrung hatten, finde ich den Stand insgesamt aber ganz ok.

Liebste Selbstversorger-Gerichte habe ich eigentlich gar nicht. Jede Saison ist anders und hat ihre leckeren Gemüsesorten. Selbst angebaut schmeckt alles so viel frischer und intensiver! Im Sommer mag ich z. B. gern Kartoffeln mit selbstgemachter Tomatensauce, Zuckererbsen, Karotten, gekochten Eiern und Salat. Auberginenschiffchen gefüllt mit Kartoffelstückchen, Zucchini und Tomatensauce finde ich auch echt lecker. Und im Herbst Kürbissuppe und Pilzgerichte mit Kastanien. Wir haben im Wald tolle Kastanienbäume und mehrere Pilz-Locations. Im Winter gibts zum Beispiel Topinambur oder Kartoffeln mit Sprouting Brokkoli (Spargelkohl) und Eiern. Wir hatten bisher das Glück, dass unsere vom Schlachthof geretteten Hühner auch im Winter Eier gelegt haben.

Selbst angebaut schmeckt alles so viel frischer und intensiver!

Nach zwei Jahren in der Bretagne: Gibt es etwas, das du rückblickend anders gemacht hättest?

Ja, einiges, aber das liegt vor allem daran, dass wir eben wirklich ohne Erfahrung hergekommen sind. Ich würde zum Beispiel empfindliches Gemüse jetzt immer erst nach den Eisheiligen ins Freiland pflanzen. Ich hätte mich auch vorher besser über Organisatorisches informieren sollen, z. B. Unternehmensgründungen in Frankreich und den Abschluss einer Krankenversicherung hier. Und ich hätte am 1. Mai immer Maiglöckchen für das ganze Dorf parat haben sollen, wie es in Frankreich Tradition ist.

Wie sieht aktuell ein typischer Tag bei dir aus?

Gegen 9 Uhr weckt mich der Hahn (er ist ein sehr humaner Hahn). Ich mache Kaffee und füttere die Hunde und Hühner. Die Hühner dürfen dann auch raus. Danach frühstücken Anton und ich (meistens frische Eier unserer Hühner als Rührei mit dem, was gerade draußen wächst). Dann checke ich meine Mails und arbeite ca. drei Stunden lang am Computer. Anschließend geht’s in den Garten. Ich säe, jäte oder gieße. Gießen ist etwas aufwendig, weil wir das Wasser aus einem alten Brunnen holen – mit reiner Muskelkraft, ohne Pumpe. Die Hunde sind immer bei uns. Später mache ich noch bei den Hühnern sauber und gucke, dass alle wieder zurück in den Auslauf kommen. Oft besuchen wir noch Freunde oder jemand kommt zu uns zum Essen. Abends sitzen wir am offenen Kamin oder draußen an der Feuertonne und quatschen oder lesen. In letzter Zeit gucken wir manchmal auch einen Film auf Netflix. Einen Fernseher haben wir nicht.

Ob ich aus Berlin oder aus der Bretagne für meine Kunden arbeite, macht keinen Unterschied.

Du arbeitest freiberuflich und deine Kunden sind zum Großteil sicher in Deutschland. Wie klappt das mit der Zusammenarbeit, wenn du nicht vor Ort bist? Wie kommst du an neue Aufträge und wie gehen deine Kunden damit um, dass du von Frankreich aus arbeitest?

Das klappt gut. Ich war bei meinen freiberuflichen Kunden vorher meist auch nicht vor Ort. Viele sind zum Beispiel aus München. Ob ich aus Berlin oder aus der Bretagne für sie schreibe und ihre Projekte redigiere, macht für sie ja im Grunde keinen Unterschied. Meinen neusten Kunden habe ich jetzt über vier Jahre. Für neuere Kunden hätte ich durch die stark reduzierten Arbeitszeiten sowieso keine Zeit. Mir liegt mehr daran, dass meine Bestandskunden glücklich mit meiner Arbeit sind und weiter regelmäßig auf mich zukommen. Ich selbst mache keine Akquise, das Buch hat da aber schon geholfen…

Hand auf’s Herz: Vermisst du manchmal das Leben in der Stadt? Ins Kino gehen, Freunde treffen, neue Restaurants entdecken?

Bisher noch nicht. Ich habe jetzt allerdings auch viel mehr Zeit als früher und unternehme deshalb jetzt viel mehr mit Freunden, als ich es in der Stadt konnte. In Berlin musste ich viel arbeiten, da wäre das nicht gegangen. Und auch meine Freunde mussten in der Stadt mehr arbeiten, das Leben ist dort ja viel teurer. Mittlerweile hat sich auch meine Sichtweise verschoben. Ich weiß in der Stadt nicht mehr so genau, was ich machen soll, wenn ich Zeit habe. Man kann ja nicht den ganzen Tag im Café sitzen. Für Unternehmungen gibt es aber wenig Platz, überall sind Leute und Geschäfte im Weg. Man kann meist keinen Waldspaziergang machen und Gartenarbeit fällt auch aus. Vielleicht kommt das mit dem Vermissen aber ja irgendwann noch?

Ihr lebt in der Bretagne, ganz im Westen Frankreichs. Wie ist es für dich so weit weg von deiner Familie und deinen Freunden zu leben? Wie oft seht ihr euch und wie haltet ihr Kontakt?

Manchmal ist das schon schwierig, weil ich einiges aus ihrem Alltag nicht mehr mitbekomme. Wir fahren einmal pro Jahr nach Deutschland, um meine Familie zu besuchen, und einmal nach Holland, um Antons Familie zu besuchen. Beide sind bisher auch mindestens einmal im Jahr in die Bretagne gekommen. Wir telefonieren aber viel und schreiben über WhatsApp.

Regine Rompa

Könnt ihr eigentlich auch mal länger als ein paar Tage in den Urlaub fahren? Wer kümmert sich dann um den Hof und die Tiere?

Wenn wir mal länger in den Urlaub fahren würden, würden wir die Hunde sicher mitnehmen. Für die Hühner und den Gemüsegarten müssten wir dann idealerweise jemanden finden, der in der Zeit bei uns wohnt. Oder Freunde fragen. Ich hüte bei Freunden auch öfter die Hühner, wenn sie in den Urlaub fahren. Weil hier fast jeder Hühner hat, kann man sich leicht gegenseitig aushelfen, wenn einer mal weg muss. Durch unsere reduzierten Arbeitsstunden haben wir allerdings auch weniger Geld zum Reisen. Länger als ein verlängertes Wochenende sind wir seitdem nicht mehr in den Urlaub gefahren. Das war aber auch schön. Wir waren mit Freunden zum Campen auf der bretonischen Insel Houat gleich hier ums Eck.

Was bedeutet Luxus für dich?

Zeit zu haben und unabhängig zu sein.

„Ökologisch-digitale Boheme“ ist für mich die Verbindung der Vorteile der Digitalisierung mit einem nachhaltigeren Lebensstil.

Am Ende des Buches erklärst du den Lebensstil der ökologisch-digitalen Boheme und stellst damit eine Möglichkeit der Arbeit und eines erfüllten Lebens in unserer modernen Gesellschaft vor. Kannst du kurz erklären, was der Begriff für dich bedeutet und wie du darauf gekommen bist?

Der Begriff „digitale Boheme“ war in den 2000er Jahren mal groß in den Medien, vor allem durch das Buch „Wir nennen es Arbeit“ von Sascha Lobo und Holm Friebe. Es geht darum, dass durch die Digitalisierung immer mehr Menschen selbstständig und ortsungebunden arbeiten können – wenn sie möchten. Mich hat die Unabhängigkeit daran damals stark fasziniert und ich habe mich kurz darauf auch selbstständig gemacht. Bei mir war es allerdings so, dass dieser Lebensstil meine gesamte Lebenszeit in Anspruch genommen hat, ohne dass ich wirklich Sinn in dem finden konnte, was ich getan habe: Ich habe eigentlich nur gearbeitet. Erst dadurch dass ich diesen digitalisierten Lebensstil in Verbindung mit Landleben, Selbstversorgen, unserem Wildtierschutzgebiet und vor allem auch weniger Konsum bringen konnte, habe ich darin Sinn gefunden. „Ökologisch-digitale Boheme“ ist deshalb für mich die Verbindung der Vorteile der Digitalisierung (z. B. Arbeiten von überall aus, wo es Internet gibt) mit einem nachhaltigeren Lebensstil. Ich weiß, dass „ökologisch“ und „digital“ für viele Leute Gegensätze sind. Aber seien wir mal ehrlich: Leute wie Anton und ich hätten ohne die Digitalisierung niemals auf dem Land leben können! Wir hätten hier wahrscheinlich schlicht keine Jobs gefunden und ganz ohne Geld wäre mir das zu krass gewesen. Ich wollte ja nicht aus der Gesellschaft aussteigen, sondern nur einen bestimmten konsumlastigen Lebensstil nicht mehr länger mittragen. Ich möchte trotz aller Selbstversorgung z. B. die Sicherheit einer Kranken- und Rentenversicherung haben, die ich ja nicht mit Kartoffeln bezahlen kann. Ich denke deshalb, dass durch die Digitalisierung vielen, die da ähnlich denken wie ich, das ökologische Landleben erst ermöglicht wird – wenn sie Lust darauf haben.

Mehr Zeit zu haben, kann viel Stress reduzieren.

Was ist dein Rat für gestresste Städter, die dem Hamsterrad aus Arbeit, sozialem Stress und selbstauferlegtem Druck entkommen wollen?

Schreibt auf, was ihr wirklich wollt und was ihr dafür braucht. Meiner Erfahrung nach braucht man oft weniger zum Leben, als einem in der Stadt vermittelt wird. Und dann überlegt, warum ihr arbeitet. Seht ihr in eurer Arbeit einen tieferen Sinn? Wenn nicht, schaut ob und wie ihr sie auf den Zeitaufwand reduzieren könnt, mit dem ihr das verdient, was ihr wirklich zum Leben braucht. Mehr Zeit zu haben, kann viel Stress reduzieren – und man findet dadurch auch den Abstand, um zu reflektieren, welchen Druck man sich auferlegen sollte und welchen besser nicht.

Eine Frage zur Entstehung des Buches: Wusstest du schon als ihr ausgewandert seid, dass du ein Buch über eure Erfahrungen schreiben möchtest? Wie war der Prozess des Schreibens für dich? Hast du das, was euch passiert ist immer gleich aufgeschrieben oder alles erst später aus dem Gedächtnis zu Papier gebracht?

Am Anfang wusste ich noch nicht, dass daraus mal ein Buch wird. Ich habe einfach für mich im Tagebuch festgehalten, was so passiert ist. Ich schreibe schon Tagebuch, seit ich 7 Jahre alt bin. Mir hilft das, meine Gedanken zu ordnen und klarer zu wissen, wo es hingehen soll. Dass aus unserer Geschichte ein richtiges Buch wird, hat sich erst nach etwa einem Jahr in der Bretagne ergeben. Merkwürdig war für mich, dass ich das Ende des Buchs noch nicht kannte, als ich den Autorenvertrag unterschrieben habe. Ich hatte es noch nicht erlebt.

Merkwürdig war für mich, dass ich das Ende des Buchs noch nicht kannte, als ich den Autorenvertrag unterschrieben habe. Ich hatte es noch nicht erlebt.

Wie geht es jetzt weiter? Planst du eine Fortsetzung des Buches? Viele Leser möchten sicher wissen, wie es euch auf dem Hof geht und wie sich alles entwickelt.

Oh, das würde ich natürlich gern, falls das genügend Leser interessiert. In einer Rezension auf Amazon hat sich das eine Leserin gewünscht. Da habe ich mich total gefreut! Im Moment gibt es aber noch keine neuen Pläne. Ich lasse erstmal alles auf mich zukommen und genieße das Landleben in der Bretagne.

Ganz zum Schluss: Deine 3 Buchtipps für alle, die sich für ein „Aussteiger“-Leben interessieren (neben deinem eigenen natürlich).

Für mich die Selbstversorger-Bibel schlechthin ist immer noch John Seymours „Das neue Buch vom Leben auf dem Lande“. Bei der Suche nach einem anderen, einfacheren Lebensstil (nicht nur in Richtung Selbstversorgen) hilft „Vom Aussteigen und Ankommen“ von Jan Grossarth. Und richtig lustig fand ich „Die kleine Aussteigerfibel. Landleben für Anfänger von A bis Z“ von André Meier.

Vielen Dank für das sympathische Interview, liebe Regine – und dir, Anton und euren Tieren alles Gute! Vielleicht bis irgendwann mal in der zauberhaften Bretagne!

Regine Rompa - Auswandern in die Bretagne

 

Fotocredits: Objektif naturel/Pénélope Secher, Regine Rompa und Anton Karsten

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2 Comments

  • Antworten Mai 9, 2019

    Silke Baumert

    Super Artikel.
    Leider habe ich das Gewinnspiel nicht gefunden obwohl ich das Buch so gerne lesen möchte.
    Wir sind im Begriff ins Merkur zu ziehen und ich bin ganz begeistert von diesen Erfahrungen die du beschreibst!

  • Antworten Mai 10, 2019

    Franzi

    Vielen Dank, liebe Silke! Das Gewinnspiel findet auf Instagram statt. Schau mal auf unserem Profil: kissandtellleipzig. Viel Erfolg!

    Liebe Grüße
    Franzi

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